Katholischer Arbeiter Verein Bruneck

Gründung:

Sonntag, 22. Jänner 1899

Versammlung im neuen Vereinshaus des kath. Jünglings- und Gesellenvereins.

Anrede des Hochw. Herrn Dr. Sigismund Waitz für die Bedeutung und Zweck eines kath. Arbeitervereins.

Wahl des Präsidiums

Seiner Hochwürden Dr. Sigismund Waitz wurde einstimmig zum Präsens erwählt, sodann Herr Radl, Färbermeister der Fabrik Messner (Moessmer) u. Comp. Zum Obmann des kath. Arbeitervereins. Herr Rösch, Tischlermeister, zum Schriftführer. Ferner Seiner Hochwürden Herrn A. Müller Coperator in Niederdorf hielt eine 2te Ansprache über die Arbeit, die durch das Christentum geheiligt wurde. Seiner Hochwürden Herrn Dekan Wibmer wünschte dem Verein Glück und Gedeihen in allen seinen Unternehmungen.

Auch waren Seiner Hochwürden Coperator Pupp und Seiner Hochw. Benefiziat Brünstler bei der Versammlung, sowie noch mehrere Bürger der Stadt. Während der Versammlung und nach derselben meldeten sich circa 60 Mitglieder. Die ganze Versammlung nahm einen guten Verlauf. Seiner Hochwürden Herrn Präses machte den Antrag, daß dem hochwürdigen Bischof von der Gründung des Vereins Mittheilung gemacht werde.

Im Bild: der Katholische Arbeiterverein mit Fahne beim Kaiserempfang in Bruneck 1899

Sigismund Waitz, der Begründer des Vereins, kam in Brixen, am Stadthaus nördlich des Weißen Turms, (heute Buchhandlung Athesia) 1864 zur Welt und brachte es zu höchsten kirchlichen Würden und Berufungen. Im Jahre 1886 zum Priester geweiht und nach einer intensiven Seelsorgetätigkeit wurde Waitz in den Brixner Bürgerausschuss gewählt und war als Stadtverwalter am Aufschwung der Stadt unter der Führung des Bürgermeisters Dr. Otto von Guggenberg maßgeblich beteiligt. 1913 wurde Waitz Weihbischof von Brixen, Generalvikar für Vorarlberg und Apostolischer Administrator von Innsbruck – Feldkirch und schließlich Erzbischof von Salzburg (1934 -1941). Erzbischof Waitz liegt in der Krypta des Salzburger Domes begraben.